Lebenszufriedenheit-Steigern

Achtsamkeit - im Hier und Jetzt leben

Das Hier und Jetzt und der Wunsch nach mehr Lebenszufriedenheit.

Zukunft – morgen bin ich glücklich:

Nächstes Jahr ist alles besser! Wenn ich diese Aufgabe erledigt habe, dann habe ich endlich Zeit für mich! Stimmt das und trifft es zu, dass morgen alles besser wird? Wir neigen oft dazu unser Leben zu verschieben. Irgendwann blicken wir zurück und fragen uns, haben wir wirklich gelebt? Es ist manchmal so, dass wir gefangen sind. Gefangen im Alltag und in der Pflichterfüllung. Wir verschieben unser Leben auf morgen. Aber wissen wir ob es ein morgen gibt? Ich lese oft, du sollst deinen Tag so leben, als wenn es dein letzter wäre. Ich empfinde das als etwas überzogen, da wir dann wahrscheinlich ganz anders entscheiden würden. Die Konsequenzen unserer heutigen Taten wären dann völlig egal.

In vielen Ratgebern lese ich auch oft, dass es nur eine absolute Fokussierung auf das „Hier und Jetzt“ geben kann. Es ist natürlich nicht realistisch und praktikabel dem „Jetzt“ ständig hinterher zu jagen. Wenn du Pläne für Morgen machen möchtest, dann mach das. Vergiss dabei aber nicht dein Ziel, den heutigen Tag zu erleben. Halte des Öfteren inne und registriere was du gerade tust. Erlebe deinen Tag.

Ein ganz wichtiger Faktor der Achtsamkeit ist im „Hier und Jetzt“ zu leben.



Das Leben von Gestern

Wie ist es mit dem Gestern? Belasten dich immer noch alte Geschehnisse oder Verletzungen? Sie haben dich sicherlich geprägt und verändert. Menschen, die dich verletzt haben begegnen dir täglich und du spürst Wut und Verärgerung. Es ist leicht zu sagen: „Lass los“. Aber geht das so einfach? Du solltest dir überlegen, welche Macht diese Menschen über dich haben. Welche Macht eine vergangene Situation über dich hat, wenn du heute noch an sie denkst und darüber nachgrübelst.

Loslassen heißt nicht deine Emotionen loslassen. Du bist wütend? Dann sei wütend! Nur wenn du deine Wut, Frustration oder was auch immer auch zulässt und akzeptierst, kannst du irgendwann davon Abstand gewinnen.

Welche Erwartung hast du an dich selbst? Ein gesellschaftlich konformer Mensch, der überall beliebt ist und nur glücklich ist? Da passen Emotionen wie Wut und Abneigung natürlich nicht hinein. Dieser glückliche und zufriedene Mensch, der mit sich selbst im Einklang ist, ist selten. Wir wünschen uns alle dieses Idealbild und vielleicht kennst du auch den einen oder anderen. Aber schau sie dir genauer an. So mancher trägt eine Maske, um seine Verletzlichkeit zu verbergen. Es nützt dir nichts, diesem Ideal hinterher zu jagen. Nimm dich selbst an, so wie du bist und glaube mir, das ist gut so.

Sei der Mensch, der du bist und bleibe im Hier und Jetzt.

Akzeptiere deine Wut, deine Verletzungen und konzentriere dich auf deinen heutigen Tag. Nimm dir im Laufe des Tages immer wieder vor, kurz innezuhalten. Schau dich in deiner Nähe um. Was gibt es da zu sehen? Andere Personen, deine Umgebung, wie sind deine Gefühle?

Lebenszufriedenheit verbessern

Es gibt eine Havard-Studie zum Thema Lebenszufriedenheit. Die Professoren haben die Teilnehmer dazu angehalten, sich mehrmals am Tag via App zu melden und mitzuteilen, was sie gerade taten.

Es wurde festgestellt, dass Menschen die sich im Laufe des Tages ihrer Handlungen bewusst waren, statt einfach nur zu funktionieren, glücklicher und zufriedener waren. Dies betraf auch Personen, die unangenehme Tätigkeiten erledigen mussten.

Je achtsamer du deinen Tag und deine Zeit erlebst, desto zufriedener kannst du sein.

Tipp: Loslassen mit dem Schubladenschrank

Wenn deine Gedanken ständig auf Wanderschaft sind, dann kannst du dein heute gar nicht genießen. Was morgen ist, weist du noch nicht. Gestern war gestern und ist vorbei.

Schiebe die Geschehnisse von Gestern in einen Schubladenschrank. Überlege dir, was du heute alles mit dir herumträgst und was dich belastet. Schließe die Augen und dann stell dir in Gedanken einen großen Schrank mit Schubladen vor. Dann fühle dich in das jeweilige Thema ein, spüre dazu deine Emotionen, nimm sie an, sie gehören zu dir. Vielleicht siehst du dazu ein Bild, ein Gesicht oder siehst die Situation selbst. Nun stell dir eine Schublade vor, in der du dieses belastende Thema ablegst. Stell dir genau vor, wie die Bilder dazu in der Schublade liegen. Jetzt schiebe die Schublade in den Schrank und fühle die entlastende Wirkung.

Jedes Mal, wenn wieder Bilder von diesem Thema in dir hochkommen, denke an deine Schublade und wie du auch diese Bilder in der Schublade ablegst. Nimm die Emotionen wahr, wie ein alter Freund der noch einmal „Hallo“ gesagt hat und konzentriere dich wieder auf deinen Tag.

Die Gedanken an Morgen loslassen

Wenn du wieder in dein altes Morgen-wird-alles-besser-Schema verfällst, bemerke, dass diese Gedanken da waren und verabschiede dich in Ruhe wieder von Ihnen. Bemerke es lediglich, fühle deine Emotionen dazu und konzentriere dich auf die Dinge, die du gerade tust.

Übung, um im Hier und Jetzt zu leben

Nimm dir eine Alltagstätigkeit und verrichte sie achtsam. Richte deinen Fokus nur auf diese eine Tätigkeit. Nehmen wir z. B. das Duschen.

Achte komplett nur auf deine Empfindungen. Wie fühlt es sich an, wenn das Wasser am Körper herunterrinnt? Wie warm ist das Wasser? Welche Körperteile sind bereits nass? Wie riecht dein Duschbad? Wie sind die Lichtverhältnisse in der Dusche? Spüre die Feuchtigkeit deiner Haut und deiner Haare. Sieh dir deine Hände an und wie das Wasser an ihnen abfließt. Wie fühlst du dich? Konzentriere dich auch auf deinen Atem. Fokussiere dich nun auf die Geräusche und nimm alles mit allen Sinnen wahr.

Lass dich auf diese Übung voll und ganz ein, als wenn du noch nie unter einer Dusche gestanden hättest. Nimm einfach nur wahr und denke nicht darüber nach.

Sollten deine Gedanken abschweifen, bemerke es kurz und wende dich wieder dem Duscherlebnis zu. Sollte dir ein Zurückkehren zu dieser Tätigkeit schwerfallen, dann konzentriere dich auf deinen Atem.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Ehepaar trennt sich. Sie wohnten gemeinsam mit ihren Kindern in einem Eigenheim. Mit einem Teil der Nachbarschaft wurden rege Sozialkontakte gepflegt. Der Ex-Mann war über die Trennung sehr stark verärgert und vielleicht auch verletzt. Er suchte nach der Trennung nicht nur die befreundeten Nachbarn auf, sondern auch alle anderen. Dort vermittelte er den Nachbarn seine Verletzung über diese Trennung. Dies hatte für die Ex-Frau zur Folge, dass sie zukünftig von nachbarschaftlichen Aktivitäten ausgegrenzt wurde. Nachbarschaftskinder haben ihren Garten verwüstet und ihre Kinder wurden gemobbt.

Jetzt könnte sie sich selbst und ihre Kinder als Opfer sehen, oder einfach denken: „dumm gelaufen“. Natürlich hat sie gegen das Mobben ihrer Kinder und das Verwüsten des Gartens etwas getan und es herrscht jetzt Ruhe.



Aber wie geht man mit diesen Verletzungen und den Nachbarn um?

  • Die Frau möchte nicht wegziehen, weil sie ihr Haus mag und sich wohlfühlt.

  • Die daraus resultierenden Verärgerungen und Verletzungen spüren und annehmen.

  • Die Geschehnisse von Gestern in den Schubladenschrank ablegen. Sie kann sie nicht mehr ändern, es ist passiert.

  • Die Nachbarn wahrnehmen und ihre Anwesenheit registrieren.

  • Darüber nachdenken: Sind alle Nachbarn so unreflektiert und haben sich diese beeinflussen lassen. Möchte sie mit diesen Nachbarn Kontakte pflegen?

  • Entscheidung treffen: Möchte ich bei nachbarschaftlichen Aktivitäten dabei sein oder nicht? Wenn ja, was könnte sie dafür tun, wieder eingeladen zu werden?

  • Die wichtigste Entscheidung: fühle ich mich in meinem eigenen Haus wohl und genieße ich trotzdem mein Leben?

Im Laufe der Zeit hatte dies zur Konsequenz, dass sie zwar die unreflektierten Menschen in der Straße sah, aber sie nur als neutrale Personen wahrnehmen konnte. Sie waren zwar da, aber nicht wirklich wichtig. Sie konzentrierte sich nur noch auf das „Hier und Jetzt“, war freundlich, grüßte, aber der Rest war ihr nicht wichtig. Sie bildete mit ihren Kindern und Freunden ihren eigenen Mikrokosmos.

Würde sie tagtäglich über ihre alten Verletzungen nachdenken, würde sich dies negativ auf ihr heutiges Leben auswirken. Es wären regelrechte Backsteine, die sie mit sich herumtrüge, statt das Leben zu genießen. Backsteine die nur belasten und die Lebenszufriedenheit mindern.

Ich denke, man kann das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber die Art wie wir damit umgehen.

Fazit

Fazit: Lebe im „Hier und Jetzt“, lass deine Gefühle zu, aber konzentriere dich auf denn jetzigen Moment.
Deine Lebenszufriedenheit kannst du durch Achtsamkeit verbessern.

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