Schritt 3: Den inneren Antreiber entlarven

Den Tag entschleunigen und dem inneren Antreiber eine lange Nase zeigen

In einer Zeit, in der wir schon beim kurzen Warten ungeduldig werden oder sogar hektisch auf das Handy starren, ist Zeit kostbarer denn je. Was machen wir mit den kurzen Momenten in denen wir einmal nichts tun, gibt es diese überhaupt? Empfinden wir dann diese Zeit als quälend, sodass wir unbedingt nach Beschäftigung suchen? Schön wäre es, eine Pause einzulegen und einfach einmal zu entspannen. Es sollte jeden Tag ein kurze Zeitspanne geben, in der wir wertvolle Zeit mit Ruhe und Entspannung verbringen. Ein kurzes Innehalten und den Himmel betrachten, frische Luft einatmen und die Farben der Umgebung bewundern. Es ist wirklich ein Innehalten, einfach einmal Stopp sagen.

Ich rate dir, folgendes zu tun: Du bist gerade gestresst und eigentlich hättest du noch ganz viel zu erledigen. Jetzt nimmst du dir vor, 1–2 mal am Tag ganz bewusst für fünf Minuten vor die Tür zu gehen und einfach deine Umgebung anzuschauen. Welche Farbe hat der Himmel? Wie riecht die Luft? Ist es warm oder kalt? Schau dir die Gesichter anderer Menschen an? Schaue dich ganz bewusst um und nimm einfach nur wahr. Dieses kurze Innehalten ist nur ein Schritt. Wichtig für mehr Gelassenheit ist auch weniger Stress im Alltag. Also solltest du dir auch ganz bewusst deinen Tagesablauf anschauen. Unten verlinke ich dir wieder Aufgabenblätter zum Ausfüllen. Wichtig ist, dass du dir Gedanken machst, welche Aufgaben sind wirklich wichtig und wer könnte dich dabei unterstützen.

Du kannst keine Arbeiten abgeben? Bist du dir sicher? Dann gibt es vielleicht auch Aufgaben, die vielleicht nicht mehr ganz so sorgfältig erledigt werden müssen. Muss es immer 100 % sein, gibt es Dinge, die du aufgeben kannst? Plane auch immer Pausen in deinen zukünftigen Tagesablauf ein. Sicherlich kostet es Überwindung von alten Mustern und Gewohnheiten Abstand zu halten. Denke aber daran, es lohnt sich, dadurch hast du mehr Zeit für dich.

Oftmals ist ein fieser kleiner Kobold namens: „Der innere Antreiber“ mitverantwortlich für unsere Probleme.



Der innere Antreiber – wer ist das?

Der innere Antreiber steht stellvertretend für unsere Prägungen bzw. Muster aus unserer Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Er beinhaltet unsere unterbewussten Erwartungen und auch Regeln, die unsere Handlung, Wünsche und das Denken beeinflusst. Der Innere Antreiber steht im Grunde für unsere Glaubensansätze. Im Laufe unserer Entwicklung, vom Kleinkindalter bis zum heutigen Tag, tragen wir unbewusst diese Schablone mit uns. Es ist, als wenn man durch eine speziell gefärbte Brille seine Welt betrachtet und aufgrund der Färbung unbewusst genau dieses jetzige Leben führt.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum immer alles perfekt oder schnell gehen muss? Das sind Prägungen aus deiner Kindheit. Deine Eltern haben dich möglicherweise früher dazu angehalten, mach schnell, beeil dich. Jetzt bist du erwachsen, aber die Regeln gelten für dich immer noch. Deine Aufgabe ist jetzt, diese zu hinterfragen. Muss alles immer perfekt sein? Oder vielleicht ist es bei dir etwas anderes.

Erwartungen sind kein Rechtsanspruch, sondern nur Wünsche.

Beispiele für Antreiber und ihre inneren und äußeren Botschaften

Sei stark!

Ich komme alleine zurecht.
Ich bin auf‘s Schlimmste gefasst.
Wie es drinnen aussieht, geht keinen was an.
Mich erschüttert nichts so leicht.
Beiß die Zähne zusammen!
Zeig keine Gefühle!
Bewahre immer Haltung!

Sei perfekt!

Wenn ich eine Arbeit mache, dann gründlich und fehlerfrei.
Ich mag keine Schlamperei.
Ich finde immer noch etwas zum Verbessern.
Mach bloß keine Fehler!
Ich bin noch nicht gut genug!
Ich muss noch besser werden!

Mach es allen recht!

Es fällt mir schwer, Nein zu sagen.
Akzeptiert zu werden ist wichtiger als die eigenen Interessen durchzusetzen.
Positive Rückmeldungen sind sehr wichtig.
Sei liebenswürdig!
Bloß kein Streit!
Sei freundlich zu allen!
Sei gefällig!

Beeil dich!

Ich bin ständig in Bewegung und dauernd beschäftigt.
Ich mache gern mehrere Dinge gleichzeitig.
Ich bin der Motor, der die Dinge voranbringt.
Mach schnell!
Sei immer auf Trab!
Ich darf keine Zeit verschwenden!

Streng dich an!

Wer nie aufgibt, erreicht alles.
Erfolge muss man sich hart erarbeiten.
Nur Schweres ist wertvoll.
Mühe dich bis zum Letzten!
Reiß dich zusammen!
Ich muss es schaffen!
Ich schaffe es auch ohne fremde Hilfe!

Quelle: seminarhaus-schmiede.de

Wenn du magst, kann du dich bei diesem Link etwas tiefer in die Materie einlesen. Das Seminarhaus SCHMIEDE hat hierzu einige Informationen für dich. Das Konzept der inneren Antreiber stammt aus der Transaktionsanalyse (Taibi Kahler, Reinhard Köster, Bernd Schmid, Joachim Hipp u. a.).

Wenn du deinen Antreiber in der Tabelle erkannt hast, überlege dir Situationen, in denen er besonders stark ist und versuche dich tagtäglich daran zu erinnern, dass dies eine Prägung ist, die dir deine Gelassenheit nehmen kann.

Was wäre, wenn es keine Erwartungen mehr gäbe?

Stell dir vor, du erfüllst nicht deine eigenen Erwartungen oder vielleicht die Erwartung anderer. Stell dies doch einmal auf den Prüfstand, was könnte passieren:

Die Welt wird von Aliens überrannt?
Deine Mitmenschen laufen nur noch im rosa Plüschkostüm durch die Gegend?

Grundsätzlich solltest du dir folgende Vorteile anschauen. Nicht die Erwartung zu erfüllen, gibt dir mehr Zeit und eigenen persönlichen Entwicklungsraum. Mal ganz ehrlich: wenn wir von jemanden etwas erwarten, denken wir doch auch, wir hätten ein Recht darauf. Haben wir das wirklich? Je fester wir an solchen Bildern festhalten, desto mehr Enttäuschungen und auch Stress erleben wir. Wenn du jedoch keine Erwartungen hast, kannst du nur noch positiv überrascht werden. Wir engen uns selbst viel zu sehr damit ein. Natürlich ist es schön, ein „Guten Morgen“ von unserem Nachbarn zu hören, aber wenn nicht? Wie oben schon beschrieben, die Welt wird garantiert dadurch nicht von grünen Männchen erobert. Also lass es uns doch viel lockerer angehen. Weg mit den Erwartungen, das befreit.

Die Erwartungen anderer …

Erwartungen sind kein Rechtsanspruch, sondern nur Wünsche. Im Job musst du sicherlich Leistung bringen, jedoch sollte dem ein Wert entgegenstehen und auch verhältnismäßig sein. Wenn du dich aber so abarbeiten musst, dass du kurz vor dem Burnout stehst, ist es nicht mehr verhältnismäßig. Ein Arbeitgeber hat auch eine Sorgfaltspflicht seinen Angestellten gegenüber. Hier solltest du immer abwägen, wie weit dein Engagement wirklich für dich gesund ist.

… und deines Umfeldes

Tja, auch hier gilt: Erwartungen sind Wünsche an die jeweilige Person. Es ist sicherlich interessant einmal zu schauen, wie dein Umfeld auf deine Veränderung reagiert. Wichtig ist dabei, sie einfach zu beobachten und Rückschlüsse zu ziehen. Sind Energiezieher dabei, kannst du ja die Konsequenzen ziehen und in Zukunft weniger Zeit mit ihnen verbringen.

Aufgaben

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 Kurze bewusste Pausen einlegen

Den inneren Antreiber entlarven bzw. deine Erwartungen erkennen.

Innerer-Antreiber

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